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Filmkritik: Independence Day – Wiederkehr

Eyecatcher - 510

1996 löschte Roland Emmerich die Menschheit in Independence Day fast aus. 2016 versucht es der Regisseur in der Fortsetzung ‚Wiederkehr‘ erneut.

Das Jahr 2016 entwickelt sich immer mehr zu einer Art ‚1996 Reloaded‘. Der Grund: Alles, was damals cool war, erlebt aktuell einen neuen Hype. An drei Beispielen lässt sich diese Behauptung beweisen:

  1. 1996 wurden in Japan die ersten Pokémon-Spiele veröffentlicht. Ebene jene „Taschenmonster“ erleben aktuell durch die Spiel-App „Pokémon Go“ ihr Revival.
  2. 1996 veröffentlichten die Spice Girls ihren Song ‚Wannabe‘, der sich in über 30 Ländern auf Platz 1 der Charts platzierte. Und heute? Zum 20. Jahrestag des Songs am 8. Juli deuteten die britischen Sängerinnen ein Comeback an, während im Internet ein neues ‚Wannabe‘-Video die Runde macht, welches Frauen auf der ganzen Welt beim Singen des Songs zeigt.
  3. 1996 retteten Will Smith, Jeff Goldblum und Bill Pullman die Menschheit vor einer Alien-Invasion in Roland Emmerichs Blockbuster Independence Day. Und wie sollte es anders sein: Der Kultfilm aus den 90ern bekommt zum 20-jährigen Jubiläum seine von Fans lang erhoffte Fortsetzung mit dem Titel Independence Day: Wiederkehr.

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Aus alt mach neu – kann das gut gehen?

Die Frage, die sich jedoch stellt: Ist alles, was aus dem Jahr 1996 Kultstatus genießt, auch in seiner 2016er-Version kultverdächtig? Für den 27-jährigen Redakteur, der diesen Artikel schreibt und der mit den oben erwähnten 90er-Trends aufgewachsen ist, fällt die Antwort in zwei von drei Fällen recht einfach aus:

  1. Pokémon sind auch 2016 genial – und das nicht nur, weil er gerade ein niedliches Quapsel gefangen hat.
  2. Auch wenn ‚Wannabe“ normal nicht in seiner Playlist zu finden ist, bleibt der Song Kult – und das nicht nur, weil bei der nächsten 90s-Party nach dem ein oder anderen Bier wieder lautstark ‚If you wanna be my Lover‘ mitgesungen wird.

Pokémon und der Song der Spice Girls bestehen demnach den Kult-Check im Jahr 2016. Aber wie steht es um die Alien-Invasions-Fortsetzung ‚Independence Day: Wiederkehr‘?

Die Rückkehr der Außerirdischen

20 Jahre sind seit den Ereignissen aus dem ersten Teil vergangen. In dieser Zeit hat sich auf der Erde einiges verändert. So haben sich die Überlebenden beispielsweise die Technologie der besiegten Invasionstruppen zu eigen gemacht und damit unter anderem ein planetares Verteidigungssystem geschaffen, falls es einen erneuten Angriff aus den Tiefen des Alls geben sollte. Und wie sollte es auch anders kommen: Die Aliens kehren zur Erden zurück – natürlich noch böser und größer als bei ihrem ersten Angriff.

Retteten schon 1996 die Welt: Goldblum und Pullman. Quelle: © Twentieth Century Fox

Retteten schon 1996 die Welt: Goldblum und Pullman. Quelle: © 20th Century Fox

Wiederkehr im Schnelldurchlauf

Das Ganze passiert jedoch so schnell, dass man sich keine großen Gedanken machen muss. Bereits nach wenigen Minuten macht Regisseur Roland Emmerich nämlich, was er am besten kann: die Welt in Schutt und Asche legen. Egal, ob Tower Bridge oder Burj Kalifa – alles wird dem Erdboden gleichgemacht. Story? Egal, Hauptsache es knallt, lautet die Devise.

Leider knallt es jedoch nicht im Ansatz so schön wie noch 1996 und genau hier liegen auch die Schwachstellen, welche sich wie ein roter Faden durch den Film ziehen. Denn es gelingt Independence Day: Wiederkehr in keiner Minute, sich auch nur im Ansatz mit dem Original zu messen. Waren die Effekte damals großartig, die Bildsprache eindrucksvoll und die Charaktere überraschend gut gezeichnet, wirkt die Fortsetzung leider in allen Punkten – entschuldigt die Beschreibung – lieblos hingerotzt.

 Die Aliens verwüsten die Erde bei ihrer Ankunft. Quelle: © 20th Century Fox

Die Aliens verwüsten die Erde bei ihrer Ankunft. Quelle: © 20th Century Fox

Will, du fehlst – du fehlst so sehr

Was dabei am meisten fehlt, ist der lockere Held, damals gespielt von Will Smith. Niemandem im Cast, gespickt mit Stars des Originals (u.a. Jeff Goldblum, Bill Pullman) und neuen Darstellern, gelingt es als Nachfolger von Captain Steven Hiller (Smiths Rolle im Original) zu glänzen. So können weder sein Film-Sohn Dylan, gespielt von Jesse T. Usher, oder der von Liam Hemsworth verkörperte Jake Morrison diese Lücke schließen.

Groß, bunt, laut, krachend – passt doch, oder?

Natürlich kann man an dieser Stelle argumentieren, dass der Film nicht von seiner Geschichte, sondern von seinen Action-Szenen lebt – und ja, Emmerich lässt es im neuen ‚Independence Day‘ gewaltig krachen. Doch ist der Handlungsverlauf leider zu vorhersehbar und offensichtlich, als dass es Spaß macht, über diesen zu spekulieren. Wer jedoch nicht auf Eventkino mit einem Hauch von 90er-Feeling – mehr ist es nämlich leider nicht – verzichten mag, der hat in den kommenden Wochen einen Pflichttermin im Kino bei Roland Emmerich.

Und damit wir es nicht vergessen, es gibt noch eine Frage zu beantworten: Ist alles, was aus dem Jahr 1996 Kultstatus genießt, auch in seiner 2016er-Version kultverdächtig? Bei Pokemon und den Spice Girls gab es ein klares ‚Ja‘. Wie steht es allerdings um die Alien-Invasions-Fortsetzung Independence Day: Wiederkehr? Um ehrlich zu sein, sieht es bei dieser ganz anders aus. Es wird zwar größer und zerstörerischer als im Original – aber auch bei weitem nicht so gut.

Hier sehr Ihr den Trailer zu Independence Day: Wiederkehr:

‚Independence Day: Wiederkehr‘ startet am 14. Juli 2016 in den deutschen Kinos.

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